Spiritualität hat die Fähigkeit, die Not zu wenden!

Dieses Thema ist so bedeutend, dass es einer SEHR hohen Aufmerksamkeit bedarf. Daher ist dieser Artikel etwas länger ausgefallen und von hoher Wichtigkeit.

Die Menschheit ringt nach Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Zeit. Wäre doch viel sinnvoller, die Sache bei den Wurzeln zu packen! Aus meiner Sicht liegen diese im Innersten des Menschen, also letztendlich in unserer Spiritualität.

Oft fragen wir uns, warum Menschen in Situationen, die wir als Armut, Mangel oder notdürftig bezeichnen würden, um so viel glücklicher und zufriedener sind, als wir in der sogenannten Wohlstandsgesellschaft. Sehr stark stellen wir das bei Naturvölkern und bei den unterschiedlichen Glaubensbewegungen fest. Dieses Phänomen finden wir überall dort, wo es noch eine echte gelebte Spiritualität gibt. Was haben die, was wir scheinbar nicht (mehr) haben?
Der Mensch ist Geist, hat eine Seele und lebt in einem Körper. Alle drei Bereiche unseres Seins wollen gut genährt sein. Ganzheitliche Ernährung beinhaltet für mich Körper, Seele und Geist. Essen für den Körper, Wissen für die Seele, Liebe und bewusst SEIN für den Geist sind die jeweiligen Nährstoffe. Sobald ein Teil vernachlässigt wird und zu wenig Vitalstoffe erhält, gibt es Mangelerscheinungen, die gestillt werden wollen.

Betrachten wir diese Sache im Bezug auf unseren Körper. Solange wir ihn entsprechend mit LEBENSmittel und ausreichend Vitalstoffen versorgen, ist er quicklebendig.  Fehlt es ihm aber an der richtigen Versorgung, kann unser Körper einen gewissen Zeitraum mit Reserven überbrücken, aber dann beginnt er nach Befriedigung zu schreien. Diesen Symptomen begegnen dann viele mit Ersatzbefriedigungen. Der Körper ist dadurch zwar momentan zufrieden gestellt, aber das Problem wird eigentlich größer, da der Mangel an LEBENSmittel bzw. Vitalstoffen ja steigt. Wenn wir unseren Körper jedoch gut versorgen und uns auch noch ausreichend bewegen, strotzen sie vor Kraft und Vitalität. Wir sind viel belastbarer und haben viel mehr Energie.

So wie im Bezug auf unseren Körper ist es auch im Bezug auf unseren Geist. Wenn wir ihn gut versorgen ist er rege und belastbar und wenn wir ihn schlecht und mangelhaft ernähren, bekommt er Mangelerscheinungen. Unser Geist ist eigentlich unser wahres ICH und genau diesen Bereich haben wir in den letzten Jahrzehnten, ja vielleicht sogar Jahrhunderten, am meisten vernachlässigt. Das, was eigentlich das Wichtigste wäre, haben wir fast vergessen. Unsere Identität kommt einzig durch unseren Geist und unser Bewusstsein zum Ausdruck. Ohne Spiritualität verkümmern wir, sie ist lebensnotwendig. Sie ist es auch, die die Not in unserem Leben wenden kann.

Menschen, die ihren Geist nicht ernähren, bekommen Mangelerscheinungen, die nach Befriedigung schreien. In unserem Innersten entsteht ein Vakuum, das gefüllt werden möchte. Dieses Verlangen versuchen wir dann sehr oft in unserem Äußeren zu stillen, sei es in der Partnerschaft, im Extremsport, mit Suchgiften, durch Habgier, Geltungsdrang und verschiedensten anderen Ersatzbefriedigungen. Dies verursacht die vielen „Krankheiten“ bzw. Probleme in der Psyche einzelner Personen, in unseren Familien, in der Wirtschaft, in der Politik und letztendlich in der gesamten Gesellschaft.

Menschen, die Ihren Geist gut ernähren, strotzen vor Lebenslust, Freude, Ruhe, Frieden, Geduld, Besonnenheit, Weisheit, Zufriedenheit, Selbstbewusstsein usw. Solche Menschen haben eine gute Ausstrahlung und sind ausgeglichen, sie sind starke Persönlichkeiten, sie haben dauerhafte Beziehungen, weil sie gelernt haben zu geben und zu investieren. Sie denken in Allgemeinwohl und nicht egoistisch. Sie wissen wer sie sind und brauchen sich selbst und anderen nichts mehr zu beweisen.

In Wahrheit sind alle diese Dinge die Folge einer guten Ernährung unseres Geistes. Die Hauptnahrung für unseren Geist ist LIEBE. Wenn es daran mangelt, gibt es nichts, wodurch sie ersetzt werden könnte. Ernährung ist entweder das Problem oder die Lösung. Ernährung wirkt nicht wie ein Medikament, es ist immer ein Prozess, bis sie wirkt. Aber der Mensch ist was er isst und das körperlich, seelisch und geistlich.

Jede Information, die wir aufnehmen, ist Nahrung für unsere Seele und alles was unser Herz berührt, ist Nahrung für unseren Geist. Alles was unser Herz berührt, also Emotionen auslöst, hat Einfluss auf unseren Geist. Die geistige Nahrungsaufnahme erfolgt über alle unsere Sinne und alles was diese WAHRnehmen, beeinflusst unser Bewusstsein. Information ist nie neutral!

Ernähren wir unseren Geist mit Ängsten, Befürchtungen, Sorgen, Problemen, Horrorszenarien oder mit Liebe, Freude, Friede, Lösungen und mit tollen Träumen und Visionen? Wir leben in einer polaren Welt dieser Gegensätze. Wachsen wird das, worauf wir unsere geistige Energie richten bzw. worauf wir uns konzentrieren. Jeder Gedanke, jedes gesprochene Wort und jede Handlung die wir setzen, ist Dünger für eine der Beiden Seiten.

  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Selbstbewusstsein, er ist sich seiner Werte bewusst.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Freiheit, er weiß, dass er frei ist.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Liebe, er weiß, dass die Liebe Gottes in ihm ist und durch ihn zu anderen Menschen fließt.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Frieden, er hat Frieden mit SICH selbst, der Schöpfung und dem Schöpfer.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Wahrheit, er weiß, dass der, der in ihm lebt, die Wahrheit ist.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Reichtum, er weiß, dass der ganze Reichtum bereits ihn ihm ist.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht den Vergleich mit anderen, er weiß, dass er einzigartig ist und lebt in Synergie und Harmonie mit seinem Umfeld.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Karriere und Position, er kennt seinen Platz im Leben und seine Berufung.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Überfluss, er fließt selbst über.
  • Ein wohl genährter Geist strebt nicht nach Macht, er weiß, dass der Allmächtige in ihm wohnt.
  • Ein wohl genährter Geist schaut nicht auf das was er sieht, er vertraut auf das was er glaubt.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Geborgenheit, er weiß, dass er in Gott geborgen ist.
  • Ein wohl genährter Geist sucht nicht nach Bestätigung, er weiß, dass er wertvoll ist.
  • Ein wohl genährter Geist sucht die Lösungen nicht im Außen, er weiß, dass sie in ihm sind.
  • Ein wohl genährter Geist ist voll der Früchte des Geistes und diese sind Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Die beste und wichtigste Nahrung für unseren Geist ist Liebe! Diese wird sichtbar durch Beachtung, Wertschätzung, Lob, Zuhören, Zuwendung, Respekt, Mitgefühl, Ehrlichkeit, Klarheit, Konsequenz und all den guten Dingen, die unserem Herzen entspringen. Jedoch können wir nur geben, was wir selbst (erfahren) haben. Daher sollten wir dort hingehen, wo wir zuerst das bekommen, was wir gerne geben möchten.

Gott ist die Liebe und wo die Liebe vollkommen ist, da gibt es keine Furcht, steht im 1. Johannesbrief Kapitel vier geschrieben. Gott ist die Quelle aller Liebe oder die personifizierte Liebe, sei intelligent und geh` doch direkt zur Quelle. Wenn dein Körper Durst hat, gehst du ja auch zur Quelle, bzw. zum Wasser und dasselbe Prinzip funktioniert im geistlichen Bereich. Gib Gott eine Chance deinen Geist mit Liebe zu erfüllen, indem du in einlädst. Er würde deinen freien Willen nie übergehen und dich sozusagen gewaltsam mit Liebe erfüllen. Er ist ein Gentleman und wartet höflich auf deine Einladung, dass du ihn bittest, dass er dich mit seinem Geist, also mit der Liebe, erfüllen soll und darf. Du kannst eigentlich nur gewinnen. Er wird Stück für Stück dieses Vakuum in deinem Innersten füllen.

Die besten Grüße
Günter